Viele Menschen gehen davon aus, dass moderne Geräte im Standby kaum noch Strom verbrauchen. Schließlich sind Fernseher, Router oder Spielekonsolen technisch deutlich weiterentwickelt als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Der Gedanke liegt nahe, dass der Standby-Verbrauch heute vernachlässigbar ist. Genau hier beginnt jedoch einer der hartnäckigsten Stromspar-Mythen.
In der Praxis verbrauchen viele Geräte auch im Bereitschaftsmodus dauerhaft Energie. Fernseher bleiben mit dem Internet verbunden, Router laufen rund um die Uhr, Spielkonsolen laden Updates oder halten Netzwerkverbindungen aufrecht. Auch Ladegeräte ziehen Strom, selbst wenn kein Gerät angeschlossen ist. Der Verbrauch einzelner Geräte mag gering erscheinen, doch die Summe macht den Unterschied.
In einem durchschnittlichen Haushalt kann der Standby-Verbrauch fünf bis zehn Prozent des gesamten Jahresstromverbrauchs ausmachen. Je mehr Unterhaltungselektronik, Smart-Home-Komponenten oder Netzwerkgeräte vorhanden sind, desto größer wird dieser Anteil. Über ein Jahr gerechnet entstehen so Kosten im zweistelligen oder sogar niedrigen dreistelligen Bereich, ohne dass aktiv Strom genutzt wird.
Der Mythos, dass Standby heute keine Rolle mehr spielt, ist daher klar widerlegt. Das vollständige Abschalten über schaltbare Steckdosenleisten oder smarte Steckdosen bleibt eine wirksame Maßnahme. Der Komfortverlust ist gering, der Effekt hingegen messbar. Gerade bei Geräten, die täglich viele Stunden im Standby verbringen, lohnt sich konsequentes Abschalten weiterhin.