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Was passiert mit meinem Stromvertrag, wenn meine Wohnung monatelang renoviert wird?

Viele Menschen verbinden den Stromvertrag erst mit dem Moment, in dem sie wirklich in einer Wohnung leben. Sobald gekocht, geduscht und geschlafen wird, scheint der Vertrag wichtig zu werden. Bei einer längeren Renovierung ist das ein verbreiteter Irrtum. Wer eine Wohnung oder ein Haus bereits übernommen hat, trägt in der Regel auch die Verantwortung für die Stromversorgung. Das gilt selbst dann, wenn dort noch niemand wohnt, sondern nur gearbeitet wird.
Dieser Beitrag betrachtet gezielt die Zeit zwischen Übernahme und normalem Einzug. Es geht also nicht um einen klassischen Umzug und auch nicht um eine dauerhaft leerstehende Wohnung, sondern um die besondere Phase, in der bereits renoviert, aber noch nicht gewohnt wird.

1. Läuft mein Stromvertrag weiter, wenn meine Wohnung monatelang renoviert wird?

Die kurze Antwort lautet: in den meisten Fällen ja. Ein Stromvertrag endet nicht automatisch, nur weil eine Wohnung noch nicht normal genutzt wird. Entscheidend ist, ab wann die Wohnung übernommen wurde und auf welche Person der Anschluss läuft. Ist der Vertrag einmal angemeldet, bleibt er bestehen, bis er aktiv geändert oder gekündigt wird.
Genau hier unterscheidet sich die Renovierungsphase vom klassischen Leerstand. Bei einem reinen Leerstand wird die Wohnung gar nicht genutzt. Während einer Renovierung dagegen wird häufig Strom gebraucht, oft sogar regelmäßig. Der Anschluss bleibt aktiv, weil Handwerker, Werkzeuge und Beleuchtung Energie benötigen. Auch von einem klassischen Umzug unterscheidet sich die Lage, denn beim Umzug wechselt man von einer genutzten Wohnung in die nächste. Bei der Renovierung liegt dagegen eine Übergangszeit dazwischen, in der die neue Wohnung zwar schon übernommen, aber noch nicht bezogen ist.
Eine Renovierung ist deshalb keine Pause Taste für den Stromvertrag. Wer denkt, der Vertrag ruhe automatisch, bis das eigentliche Wohnen beginnt, liegt meist falsch. Der Vertrag läuft normal weiter, mit allen Pflichten, die dazugehören. Das ist kein Nachteil, sondern schlicht der Normalfall. Wichtig ist nur, sich dieser Tatsache bewusst zu sein und die Wohnung in dieser Zeit nicht aus dem Blick zu verlieren.

2. Brauche ich während einer Renovierung überhaupt Strom in der Wohnung?

Mann steht in einem unfertigen Raum mit Malergeräten, Staubsauger, Heizung und Baustrahler.
In vielen Fällen lautet die Antwort: ja, und oft deutlich mehr als gedacht. Eine Renovierung ist selten eine stromfreie Phase. Je nach Umfang kann sie sogar eine ungewöhnlich verbrauchsintensive Zeit sein.
Typische Stromverbraucher während einer Renovierung sind:
• Baustrahler und zusätzliche Beleuchtung in Räumen ohne feste Lampen • Bohrmaschine, Schleifgeräte und Sägen • Ladegeräte für die Akkus von Werkzeugen • Heizlüfter, etwa wenn die Heizung noch nicht läuft • Bautrockner nach Maler- oder Putzarbeiten • Staubsauger und andere Reinigungsgeräte • Waschmaschine oder Kühlschrank, falls die Wohnung schon teilweise genutzt wird
Hinzu kommt ein Punkt, den viele unterschätzen. Handwerker arbeiten häufig mit dem vorhandenen Wohnungsstrom. Ihre Geräte hängen also an dem Anschluss, der auf die Eigentümer oder Mieter läuft. Der Verbrauch in dieser Phase folgt damit einem anderen Muster als im normalen Alltag. Es wird nicht abends gekocht und morgens geduscht, sondern tagsüber gebohrt, geschliffen und getrocknet. Niedrig ist dieser Verbrauch deshalb nicht automatisch. Er ist nur anders verteilt.

3. Welche Stromkosten entstehen, wenn ich noch gar nicht in der Wohnung wohne?

Auch ohne normales Wohnen können Kosten entstehen. Sie setzen sich aus zwei Teilen zusammen. Der Grundpreis läuft unabhängig vom Verbrauch weiter, solange der Vertrag besteht. Er fällt also auch dann an, wenn kaum ein Gerät läuft. Die Verbrauchskosten hängen dagegen davon ab, was während der Renovierung tatsächlich genutzt wird.
Bei kleinen Schönheitsreparaturen bleibt der Verbrauch oft überschaubar. Ein Beispiel: Eine Wohnung wird über drei Monate gestrichen und teilweise neu eingerichtet. Es laufen nur Licht und gelegentlich ein Werkzeug. Hier fällt vor allem der Grundpreis ins Gewicht, der reine Verbrauch bleibt gering.
Anders sieht es bei größeren Maßnahmen aus. Wird ein Altbau saniert, kommen oft Bautrockner und Heizlüfter über Tage oder Wochen zum Einsatz, dazu täglicher Werkzeugeinsatz. In diesem Fall kann die Stromrechnung spürbar steigen, obwohl niemand in der Wohnung wohnt. Auch im Hintergrund läuft manches weiter: ein Kühlschrank, der schon angeschlossen ist, eine Heizungspumpe oder eine Lüftungsanlage. Renovierung bedeutet daher nicht automatisch niedrige Stromkosten. Manchmal ist der Verbrauch sogar überraschend hoch.

4. Muss ich meinen Abschlag anpassen, wenn die Wohnung monatelang renoviert wird?

Mann telefoniert vor einem Haus, dessen Fenster und Tür mit Plastikfolie abgedeckt sind.
Der monatliche Abschlag orientiert sich meist am bisherigen oder geschätzten Jahresverbrauch. Verändert sich die Nutzung der Wohnung über mehrere Monate deutlich, passt dieser geschätzte Wert oft nicht mehr zur Wirklichkeit. Dann kann eine Anpassung sinnvoll sein, in beide Richtungen.
Steht die Wohnung während der Renovierung fast leer und wird nur gelegentlich gearbeitet, liegt der tatsächliche Verbrauch häufig unter der Schätzung. Der Abschlag ist dann womöglich zu hoch angesetzt, und es entsteht über die Monate ein größeres Guthaben, auf das man auch früher hätte zugreifen können.
Wird dagegen intensiv saniert, mit Bautrocknern und täglichem Geräteeinsatz, kann der Verbrauch höher ausfallen als gedacht. Hier ist der Abschlag eventuell zu niedrig, was später zu einer spürbaren Nachzahlung führen kann.
Ziel ist nicht, den Abschlag pauschal zu senken oder zu erhöhen. Es geht darum, die eigene Situation realistisch einzuschätzen. Ein kurzer Blick auf den voraussichtlichen Verbrauch während der Renovierung hilft, böse Überraschungen zu vermeiden. Wichtig ist außerdem ein zweiter Schritt: Sobald die Renovierung endet und der normale Alltag beginnt, sollte der Abschlag erneut geprüft werden, weil sich der Verbrauch dann wieder verändert.

5. Kann ich den Stromvertrag während der Renovierung kündigen oder wechseln?

Ob eine Kündigung oder ein Wechsel möglich ist, hängt vor allem von der Vertragslaufzeit und der Kündigungsfrist ab. Eine Renovierung allein begründet kein automatisches Sonderkündigungsrecht. Wer also denkt, die Bauphase erlaube grundsätzlich einen schnellen Ausstieg, sollte zunächst die eigenen Vertragsbedingungen prüfen.
Trotzdem kann eine Kündigung oder ein Wechsel in einigen Situationen sinnvoll sein. Sinnvoll ist ein genauerer Blick zum Beispiel, wenn ohnehin ein Umzug oder ein Eigentümerwechsel stattgefunden hat und der alte Vertrag nicht mehr zur neuen Situation passt. Auch ein alter und vergleichsweise teurer Tarif ist ein guter Anlass, die Lage zu überdenken. Dauert die Renovierung lange und ist danach ein deutlich anderer Verbrauch zu erwarten, lohnt sich ebenfalls ein Vergleich. Und wenn eine Wohnung gerade erst übernommen wurde und noch gar kein passender Tarif eingerichtet ist, kann die Renovierungsphase der richtige Moment sein, das sauber zu regeln.
Wichtig ist dabei eine ruhige Reihenfolge. Wer während der Renovierung Strom braucht, sollte nicht vorschnell kündigen, solange noch kein neuer Vertrag steht. Sonst droht eine Lücke in der Versorgung mitten in der Bauphase. Erst prüfen, dann ordnen, dann entscheiden.

6. Was ist besser: Vertrag weiterlaufen lassen oder vor dem Einzug neu prüfen?

Junger Mann sitzt auf Parkettboden in leerem Zimmer, hält Handy und Dokumente, umgeben von Umzugskartons.
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, weil sie von der konkreten Situation abhängt. Hilfreich ist es, zwei einfache Listen gegeneinander zu halten.
Den Vertrag einfach weiterlaufen lassen kann sinnvoll sein, wenn:
• die Renovierung nur wenige Wochen dauert • der aktuelle Tarif solide und fair ist • keine größeren Veränderungen im Haushalt zu erwarten sind Eine Tarifprüfung lohnt sich dagegen besonders, wenn: • die Renovierung mehrere Monate in Anspruch nimmt • bislang ein alter oder teurer Tarif läuft • nach dem Einzug deutlich mehr oder weniger Strom verbraucht wird als zuvor • aus einer kleinen Wohnung ein größeres Objekt wird oder umgekehrt
Die Renovierungsphase ist oft ein guter Moment, den Stromvertrag nicht nur stillschweigend mitzuschleppen, sondern bewusst neu zu sortieren. Wer ohnehin gerade plant, baut und einrichtet, kann diese Gelegenheit nutzen, um auch beim Strom einmal aufzuräumen. Das geschieht nicht aus Druck, sondern aus einer logischen Gelegenheit heraus.
Wer es konkret angehen möchte, prüft vor einer längeren Renovierung am besten diese Punkte: auf welche Person der Anschluss läuft, wie hoch der Grundpreis ist, wann die Vertragslaufzeit endet, wie lang die Kündigungsfrist ist und welcher Verbrauch nach dem Einzug realistisch zu erwarten ist. Falls in der Wohnung eine eigene Gastherme oder Gasetagenheizung vorhanden ist, lohnt sich derselbe Blick auch beim Gasvertrag.

7. Fazit

Ein Stromvertrag läuft bei einer monatelangen Renovierung in der Regel ganz normal weiter. Er pausiert nicht automatisch, nur weil noch niemand in der Wohnung wohnt. Wer die Wohnung bereits übernommen hat, bleibt für die Versorgung verantwortlich und sollte den Vertrag in dieser Zeit nicht aus dem Blick verlieren.
Auch ohne normalen Wohnalltag können Kosten entstehen. Der Grundpreis läuft weiter, und Werkzeuge, Licht, Bautrockner oder andere Geräte sorgen je nach Umfang für einen Verbrauch, der von kaum spürbar bis überraschend hoch reichen kann. Renovierung bedeutet deshalb nicht zwangsläufig niedrige Stromkosten.
Besonders sinnvoll ist es, Abschlag, Laufzeit und Tarif rechtzeitig zu prüfen, bevor nach der Renovierung der normale Alltag beginnt. Gerade längere Bauphasen sind ein guter Zeitpunkt, die eigenen Stromkosten neu zu ordnen, statt einen alten Vertrag einfach weiterlaufen zu lassen. So beginnt der Einzug mit klaren Verhältnissen statt mit offenen Fragen.
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