Ein Kombitarif kann dann sinnvoll sein, wenn beide enthaltenen Tarife auch unabhängig voneinander konkurrenzfähig sind. Das bedeutet konkret: Sowohl der Strom- als auch der Gastarif sollten einen marktgerechten Arbeitspreis, einen fairen Grundpreis und transparente Vertragsbedingungen aufweisen. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, entsteht ein echter Mehrwert.
Ein weiterer Vorteil kann in der vereinfachten Verwaltung liegen. Wer Wert darauf legt, nur einen Ansprechpartner zu haben, eine gemeinsame Abrechnung zu erhalten und Vertragsänderungen zentral zu regeln, empfindet einen Kombitarif häufig als komfortabler. Gerade für Haushalte, die sich nicht regelmäßig mit Energiethemen beschäftigen möchten, kann dieser organisatorische Aspekt durchaus relevant sein.
Auch identische Vertragsbedingungen spielen eine Rolle. Wenn Laufzeiten, Preisgarantien und Kündigungsfristen für Strom und Gas übereinstimmen, lässt sich der Vertrag später einfacher anpassen oder wechseln. In solchen Fällen entsteht keine zusätzliche Bindung, die die Flexibilität einschränkt.
Sinnvoll kann ein Kombitarif außerdem sein, wenn auf Rabatte verzichtet wird und stattdessen dauerhaft niedrige Preise angeboten werden. Solche Tarife sind zwar seltener, bieten aber eine realistische Kalkulationsgrundlage ohne spätere Überraschungen. Hier steht nicht der kurzfristige Vorteil im Vordergrund, sondern eine langfristig stabile Kostenstruktur.
Zusammengefasst lohnt sich ein Strom-Gas-Kombitarif dann, wenn er nicht über kurzfristige Anreize verkauft wird, sondern durch nachvollziehbare Preise, klare Bedingungen und organisatorische Vorteile überzeugt. Sobald Rabatte oder Boni den Hauptanreiz darstellen, sollte besonders genau geprüft werden, ob der Tarif auch über das erste Jahr hinaus sinnvoll bleibt.