Die häufigsten Fehler beim Abschluss eines Stromvertrags sind nicht spektakulär. Sie entstehen aus Gewohnheit und Zeitdruck. Man schaut auf den Arbeitspreis, wählt das günstigste Angebot und klickt durch den Abschlussprozess, ohne die Bedingungen zu lesen. Das ist menschlich, aber es hat Folgen.
Konkret heißt das: Viele Kunden wissen nicht, wann ihr Vertrag ausläuft, weil sie es nie nachgeschaut haben. Sie verpassen die Kündigungsfrist und verlängern den Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr. Oder sie wechseln zu einem neuen Anbieter, ohne zu wissen, dass der Bonusanspruch beim alten Vertrag dadurch entfällt. Oder sie bemerken erst auf der Jahresabrechnung, dass eine Preiserhöhung stattgefunden hat, weil das Anschreiben des Anbieters damals nicht richtig wahrgenommen wurde
.Ein weiterer häufig übersehener Punkt ist das Sonderkündigungsrecht. Viele Kunden wissen nicht, dass ihnen bei einer Preiserhöhung durch den Anbieter in der Regel das Recht zusteht, den Vertrag außerordentlich zu kündigen, also unabhängig von der regulären Kündigungsfrist. Dieses Recht gilt jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum nach der Ankündigung der Preisänderung. Wer das Informationsschreiben nicht liest oder nicht als solches erkennt, verliert unter Umständen die Möglichkeit, zeitnah zu reagieren.
Keiner dieser Fehler entsteht aus mangelnder Sorgfalt. Die meisten entstehen schlicht aus Unkenntnis darüber, was in einem Stromvertrag wirklich geregelt ist. Wer einmal verstanden hat, worauf es ankommt, schaut bei zukünftigen Verträgen automatisch genauer hin.